JBL Reflect Aware In-Ear Kopfhörer

Nachdem wir jetzt unzählige On-Ear Kopfhörer für den Sport ausgetestet haben, macht sich der Eindruck breit, dass InEars doch die bessere Option für exzessive Workouts sind. Sie sind kleiner, leichter und haben keinen Bügel, der auf dem Kopf sitzt und kratzt. Seit zwei Wochen ist nun der JBL Reflect Aware  unser ständiger Begleiter und hinterlässt einen soliden Eindruck.

Der InEar Kopfhörer zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus. Zum einen verfügt der Reflect Aware über einen Lightning-Anschluss. Zur Freude aller iPhone-User entfällt so die unelegante Lösung mit dem Klinken-Adapter. Selbstverständlich ist dieser auch mit dem „Made for iPhone“-Zertifikat ausgestattet. Einziger Nachteil: das iPhone lässt sich dann natürlich nicht gleichzeitig aufladen, aber gerade beim Sport geht es ja auch nicht darum.

Die zweite Besonderheit: Der JBL Reflect Aware verfügt über eine aktive Geräuschunterdrückung. So lassen sich bei Bedarf störende Umgebungsgeräusche ausblenden. Gerade im Studio, wo die Musik meist übermäßig laut ist, ist diese Funktion ganz nützlich. So kann man beispielsweise auf dem Laufband sein eigenes Tempo bestimmen und seinem eigenen Soundtrack anpassen und wird nicht von 170 bpm zu Höchstleistungen getrieben… Die nötige Energie bezieht der JBL Reflect Aware direkt über den Lightning-Anschluss, benötigt so keinen sperrigen Akku. Damit wird die Akkulaufzeit des iPhones zwar etwas gemindert, fällt aber bei normaler Beanspruchung kaum ins Gewicht.

Optik und Verarbeitung

Das Unboxing des JBL Reflect Aware macht schon (Vor-)Freude. Der voll auf Sport gestylte Faltkarton bietet durch zwei Fenster schon freie Sicht auf den Inhalt, begleitet mit unzähligen Infos zum Kopfhörer. So braucht man sich erst gar nicht mit dem Handbuch zu befassen. Macht das überhaupt jemand bei Kopfhörern?

Neben den geschlossenen In-Ears befindet sich noch eine Menge Zubehör in der Box. Im orangenen Schuber stecken jeweils zwei zusätzliche Silikonaufsätze in den Größen S und L – die mittlere Größe sitzt bereits auf den InEars – sowie zusätzliche ergonomische Passstücke in den selben Größen. Außerdem liegt dem ganzen noch eine runde Transport-Tasche bei, was man bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse aber auch erwarten kann.

Das Gehäuse der In-Ears besteht aus einem mattgrauen Körper mit schwarz glänzenden Applikationen und ist komplett aus Kunststoff. Auch das robuste Kabel ist zweifarbig. Besonderheit daran: die Außenseite ist mit einem reflektierenden Material überzogen. So kann man auch bedenkenlos in den frühen Morgenstunden draußen joggen ohne Angst haben zu müssen, überfahren zu werden. Die ungewohnt große Fernbedienung besitzt gleich vier Knöpfe. Zwei für die Lautstärke, einen für Play/Pause/Skip und einen weiteren um das Noise Cancelling einzustellen. Der Druckpunkt der Buttons ist angenehm fest. Lediglich ein Clip um die Fernbedienung am Shirt zu befestigen fehlt uns ein wenig. Übrigens sind die Kopfhörer schweißabweisend, gerade bei sportlichen Aktivitäten kommt so der Hygiene-Faktor hier nicht zu kurz.

Tragekomfort

Hat man die passenden Silikonaufsätze montiert, sitzt der JBL Reflect Aware schön fest im Ohr. Weder beim Laufen, noch bei ruckartigen Bewegungen fallen die Knöpfe nicht heraus. Auch bei längeren Sessions drücken die InEars nicht. Mit einem Gewicht von knapp über 30 g sind die Reflect Aware zwar nicht die leichtesten InEar-Kopfhörer, das tut dem Tragekomfort aber keinen Abbruch.

Sound

Bevor man nun seine Playlist startet, wird man am iPhone aufgefordert die JBL-App zu installieren. Diese ist für die Steuerung des Noise-Cancelling zuständig. Zudem kann man dort mit dem Equalizer vorgefertigte Profile „Bass“, „Jazz“ oder „Vocal“ nutzen oder aber man erstellt sich sein eigenes „Custom EQ“, abgestimmt für den eigenen Musikgeschmack. Das NC lässt sich dort in vier Schritten einstellen. Zugegebenermaßen sind die Schritte für unser Gehör relativ minimal, selbst bei ausgeschaltetem Noise-Cancelling nimmt man Außengeräusche so gut wie gar nicht wahr. Man muss allerdings sagen, dass unsere Ohren auch schon mal besser waren…

Läuft die Playlist dann erst mal, merkt man, dass der JBL ordentlich Dampf macht. Der Bassbereich ist bei ausgeschaltetem Equalizer schon ordentlich satt. Kommt beim Sport ganz gut an. Trotzdem nimmt man die Höhen gut wahr, auch die Mitteltöne werden sauber ausgespielt.

Die Bässe kommen punktgenau rüber, suppen absolut nicht zu. Ebenso sind die Höhen nicht zu spitz. Egal ob jetzt was rockiges läuft oder Songs mit mehr Betonung auf Stimmen oder Akustikgitarre, kommt alles sauber aus den kleinen Knöpfen. Der Bass bei Green Days Bang Bang kommt genauso gut wie Billie Joe Armstrongs Gesang bei Forever Now. Die Stimme wirkt in keiner Phase schrill oder gar nervend. Auch häufig vorkommende Zischlaute sind bei JBLs Kopfhörern absolut nicht wahrnehmbar. Die Räumlichkeit der kleinen Stöpsel ist zwar nicht ganz so ausgeprägt, man kann aber dennoch sämtliche Instrumente voneinander unterscheiden. Insgesamt macht die Abstimmung sehr viel Spaß.

Der JBL Reflect Aware kostet derzeit knapp 180 € und ist im gut sortierten Elektromarkt oder bei Amazon erhältlich.

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Fazit
Vorwiegend für den Sport gedacht, sind die Reflect Aware von JBL derzeit unsere ständigen Begleiter, auch außerhalb des Trainingsraums. Die InEars machen mit dem leicht angehobenen Bassbereich ordentlich Alarm, die NC-Funktion schottet uns von der Außenwelt ab und lässt auch unterwegs Musik ohne Störgeräusche genießen. Zudem macht der Lightning-Anschluss endlich Schluss mit der ständigen Suche nach dem Klinkenadapter. Auch beim Workout sitzt der Reflect Aware perfekt und pusht mit seinem satten Sound ganz gut. Und darauf kommt es beim Sport schließlich auch an, oder?
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