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Sangean DDR-8 Digitalradio auf Schreibtisch neben Pflanzen und Dekoobjekten, Display zeigt DAB+ und aktuelle Uhrzeit.

Sangean DDR-8 im Test: Das Radio kommt zurück, wenn die Festivals vorbei sind

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Sangean DDR-8 Digitalradio auf Schreibtisch neben Pflanzen und Dekoobjekten, Display zeigt DAB+ und aktuelle Uhrzeit.

Sangean DDR-8 im Test: Das Radio kommt zurück, wenn die Festivals vorbei sind

Die Festival-Saison ist vorbei, die neuen Lieblingsbands warten aber weiter drauf, gehört zu werden. Ich hab den Sangean DDR-8 getestet – ein Radio mit Echtholzgehäuse, DAB+, FM und Bluetooth – und sage dir, ob sich die 189 Euro lohnen.

Dieses Jahr war ich beim Elbjazz. Kurz danach stand ich bei einem Auftritt von AnnenMayKantereit rum. Und irgendwann dazwischen ging’s zur Premiere vom brandneuen Amplifire Festival in Hamburg. Das gab es dieses Jahr zum allerersten Mal überhaupt. Mit Bands, die vermutlich kaum einer kennt – Gallus, Still Talk, oder Arxx zum Beispiel. Weiter ging es dann mit Karen Dió und The Get Up Kids bis hin zu Frank Turner, Biffy Clyro und – für mich der Act des Wochenendes – Bad Religion. Alles zwischen Alternative Rock und Screamo, mit ordentlich Punk dazwischen.

Der Hipbag vom Festival ist da noch nicht mal ganz ausgepackt, die Playlist mit den neuen Lieblingsbands dagegen schon längst fertig. Und jetzt, zuhause oder wo man sonst gerade hängt, will man diese Songs auch hören – nicht durch den Handylautsprecher gequetscht, sondern mit ein bisschen mehr Anstand.

Genau in dem Moment kommt der Sangean DDR-8 bei mir an. Ein Radio mit Echtholzgehäuse, DAB+ und Bluetooth, das laut Datenblatt beides können soll – klassisches Radiohören und Musik vom Handy streamen. Ob’s das im Alltag auch wirklich draufhat, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber die Eckdaten und meine Erwartungen konnte ich schon mal aufschreiben.

Auf dem Papier: DAB+ und FM-RDS, dazu Bluetooth 5.2. Ein drehbares OLED-Display. Ein Akku mit 2600 mAh, der laut Hersteller bis zu 18 Stunden durchhalten soll. USB-C zum Laden, dazu Kopfhörerausgang und Teleskopantenne. Speicherplätze gibt’s 20 Stück, jeweils zehn für DAB+ und FM. Und einen Wecker mit Schlummerfunktion und Sleep-Timer hat’s auch noch. Das Gehäuse gibt’s in drei Holztönen – mein Testgerät kommt in White Ash, der hellen Variante .

Sangean DDR-8 Radio in Creme mit Bedienungsanleitung und Stromkabel auf grauem Untergrund.

Erster Eindruck: Auspacken und Design

Kompaktes Gehäuse im skandinavischen Style. Vorne ein großes goldfarbenes Drehrad, das gleichzeitig für Lautstärke und Sendersuche zuständig ist. Daneben zwei beleuchtete Tasten – Standby und „M“ für die Speicher – sowie Pfeiltasten. Rechts davon sitzt das OLED-Display, gut ablesbar, zeigt bei FM sauber Sendername und Songtitel an.

In der Hand macht das Ganze mehr her, als der erste Blick vermuten lässt. Und das Holz fühlt sich auch tatsächlich echt an – laut Sangean ist es das auch: ein Echtholzfurnier auf dem Gehäuse, kein aufgedrucktes Holzdekor. Erklärt vielleicht auch, warum sich nichts davon billig anfühlt. Die Tasten haben einen klaren Druckpunkt. Das Drehrad mit seinem geriffelten Rand rastet beim Drehen fühlbar ein, kein schwammiges Rutschen. Und in diesem leicht roségoldenen Ton sieht das Rad richtig schick aus – so ein Detail, das ich eher bei einer teureren Kamera erwarten würde als bei einem Radio in dieser Preisklasse.

Kompaktes DAB+ Radio Sangean DDR-8 in der Hand
Weiße tragbare Sangean-Radio wird in einer Hand gehalten, zeigt FM-Sender Antenne und "A-Ha-Take On" auf dem Display.

Bedienung und Display

Das Drehrad ist griffig – trotz der geringen Abmessungen – mit spürbarer Rändelung. Dreht man an der Lautstärke, blendet das Display eine Balkengrafik ein. Bei DAB+ zeigt der Screen den Sendernamen in abgekürzter Form – bei mir beispielsweise „BOB“ für Radio Bob! oder „Rock HH“ für Rock Antenne Hamburg. Interpreten und Titel scrollt das Display durch.

Favoriten speichern geht auch, ist aber ein bisschen versteckt. Menü-Taste zwei, drei Sekunden gedrückt halten. Mit den Pfeiltasten „Save Preset“ auswählen. Bestätigen. Dann Speicherplatz wählen und sichern. Beim ersten Mal tastet man sich durch, danach sitzt es.

Ein nettes Detail am Rande: Das Radio lässt sich sowohl stehend als auch auf der Seite liegend aufstellen, und das Display dreht die Anzeige automatisch mit.

Hand hält ein tragbares Radio mit Holzgehäuse, das FM-Frequenzen und Lautstärkeregler auf dem Display zeigt.

Klang

Für die Größe der Kiste überraschend gut. Ab Stufe 9 wird’s ordentlich laut, ohne dass der Klang kippt – kein Scheppern, keine Membran, die man förmlich ächzen hört. Der Bass ist auch da, deutlich mehr, als ich bei so einem kleinen Gehäuse erwartet hätte. Wenn ich morgens Kaffee mache und RockAntenne Hamburg läuft, füllt das die Küche, ohne dass ich die Lautstärke bis zum Anschlag auf Stufe 16 drehen muss. Für ein reines Küchen- oder Badradio ist der Sound fast schon zu schade – das stelle ich mir auch neben mir auf dem Schreibtisch vor.

Anschlüsse

Auf der Rückseite: eine ausziehbare Teleskopantenne, ein Kopfhöreranschluss, ein USB-C-Port zum Laden. Mehr braucht’s nicht.

Hand hält ein beiges Sangean-Radio mit Metallgitter und ausziehbarer Antenne vor grünem Festivalplakat.

DAB+/FM-Empfang und Bluetooth

FM-Empfang ist gut. In der Küchenecke knistert es ab und an mal kurz. Zieht man die Antenne aus, ist auch das weg. Der Sendersuchlauf läuft über die Pfeiltasten, geht flott von der Hand.

Pairing mit iPhone und iPad: kein Gefummel, läuft sofort. Die Verbindung steht auch, wenn ich mit dem Handy vom Wohnzimmer in die Küche wandere – so, wie man’s von einer ordentlichen Bluetooth-Box eben erwartet.

Akku und Alltagstauglichkeit

Das Ding ist portabel gebaut, lässt sich problemlos mitnehmen – vom Wohnzimmer ins Bad und zurück, ohne dass man an ein Kabel denken muss. Ein vermeintlicher Wermutstropfen: Ein Netzteil liegt nicht bei. Dafür funktioniert’s mit jedem x-beliebigen Handyladegerät oder einer Powerbank über USB-C. Kein echtes Problem, nur etwas, das man einplanen sollte.

Wie lange der Akku wirklich durchhält, hab ich selbstverständlich auch getestet: voll geladen, Lautstärke auf Stufe 10, und dann laufen lassen, bis nichts mehr ging. Nach gut 16 Stunden DAB+ war Schluss – Sangean verspricht bis zu 18 Stunden, liegt also etwas drunter, aber bei Stufe 10 ist das kein Wunder, und zwei Stunden weniger fallen im Alltag kaum auf. Das Nachladen von leer auf voll dauerte bei mir knapp 3 Stunden über USB-C.

Fazit

Guter Sound für so ein kleines Ding – das bleibt am Ende hängen. DAB+, FM und Bluetooth in einem Gehäuse, das sich gut anfühlt und nicht nach Marketing-Versprechen klingt, sondern das auch so hält. Eine Fernbedienung oder Internetradio hätte ich mir gar nicht gewünscht. Wäre für ein Gerät dieser Kategorie zu viel des Guten gewesen und hätte nur den Preis nach oben getrieben. Der einzige kleine Kritikpunkt bleibt das fehlende Netzteil – läuft aber, wie gesagt, mit jedem Handyladegerät oder jeder Powerbank – und davon hat man sicher mehr als genug.

Sangean DDR-8 Radio mit Holzgehäuse auf weißem Regal zwischen roten Behältern und einer Pflanze, Display zeigt 12:32 Uhr.

Aktuell kostet der DDR-8 etwa 189 Euro. Reine Bluetooth-Boxen bekommt man schon für rund 100 Euro. Gute DAB+-Radios dagegen kosten meistens deutlich mehr. Der DDR-8 liegt irgendwo dazwischen – und trifft damit eigentlich genau die Lücke, die ich bisher vermisst habe.

Empfehlung

SANGEAN DDR-8 Tragbares DAB+ Radio mit Bluetooth 5.2, rotierendem OLED-Display, integriertem Akku, Echtholzfurnier-Gehäuse in White Ash

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Für mich ist das Ding kein Ersatz für die robuste Bluetooth-Box, die im Rucksack mit an den Strand fährt. Dafür ist es eher zu schade, und ehrlich gesagt auch nicht dafür gebaut. Seine Stärke liegt woanders: als semi-festes Radio, das man einfach irgendwo hinstellt und dort stehen lässt -zu Hause, wo es in praktisch jedem Zimmer stehen könnte, ohne dass es dort fehl am Platz wirkt. Oder in der Ferienwohnung oder im Campingwagen zum Beispiel. Wer genau so ein Radio sucht, bekommt hier für sein Geld einen wirklich guten Klang dazu.

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