Luminar – Fotobearbeitung am Mac

Als Hobby- und Gelegenheitsfotograf freut man sich doch über jede Software, die einem etwas Arbeit abnimmt und mit wenigen Handgriffen noch mehr aus den Bildern rausholt. So sind wir direkt hellhörig geworden, als Macphun mit Luminar eine neue Bildbearbeitungs-Software für den Mac angekündigt hat. Als Alternative zu Adobes Photoshop haben wir uns das59 € günstige Tool mal näher angesehen.

Die App richtet sich an eine breite Zielgruppe, vom Anfänger und iPhone-Fotografen bis hin zum Semi-Professionellen wird ein breites Spektrum an Tools zur Bildbearbeitung angeboten. Wie bei jedem neuen Programm benötigt man natürlich ein wenig Einarbeitungszeit, nach wenigen Klicks ist man aber „angekommen“ und hat den Dreh mit den einzelnen Werkzeugen schnell raus.

Einsteiger können ihre Fotos beispielsweise mit einem der etwa 50 voreingestellten One-Klick-Presets verarbeiten. Ein Klick auf den gewünschten Filter genügt und das Bild wird mit dem jeweiligen Effekt versehen. Zusätzlich kann man mit einem Schieberegler noch die Deckkraft des Filters einstellen. Funktioniert im Prinzip etwa wie bei Instagram mit den Filtern.

Luminar Instant Filter
Allein mit den verschiedenen Filtern lassen sich Bilder deutlich verbessern

Arbeitserleichterung durch Workspaces

Fortgeschrittenere User haben die Möglichkeit mit Workspaces zu arbeiten. Für jede Art von Aufnahme kann eine Art Werkzeugpalette eingeblendet werden. So stehen die Workspaces für B&W, Landschaft oder Portrait ab Werk zur Verfügung, eigene lassen sich aber auch erstellen und speichern. Jedes einzelne Workspace bietet eine große Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten. Während beispielsweise beim Workspace für Schwarz-Weiß-Bilder die einzelnen Farbkanäle angepasst werden können, fehlt diese Arbeitspalette beim Workspace für Landschaftsaufnahmen. Dort ist dann beispielsweise stattdessen eine Toolbar für die Farbtemperatur angezeigt. Verschiedene Bildmotive erfordern ja unterschiedliche Filter. Auch diese Tools werden durch einfaches hin- und herschieben der Regler verändert, das Ergebnis sieht man sofort im Bild. Was ganz praktisch dabei ist, ist die Ansicht im Splitscreen-Modus. So wird eine Hilfslinie in der Mitte des Bildes angezeigt, die das Originalfoto von dem mit der getätigten Korrektur teilt. Diese Hilfslinie lässt sich beliebig hin und her schieben, so dass man seine Korrekturen sehr schön mit dem unbearbeitetem Bild vergleichen kann.

Falls man nun seinen eigenen Workflow gefunden hat und nur bestimmte Filter bzw. Einstellungen vornimmt, kann man diese – und genau nur diese – Regler in seinem eigenen Workspace speichern. Als Beispiel: Wir schießen regelmäßig Produktfotos und benötigen dafür nur das Werkzeug für Dynamik, Schärfe und Vignette. Abgespeichert als Preset bzw. Workspace und schon hat man nur die Werkzeuge im Blick, die man wirklich braucht. So muss man sich nicht ständig durch alle Paletten durcharbeiten.

Luminar Workspaces
Unser eigener Workspace für Produktfotografie

Ist man nun Profi durch und durch, kann man zusätzlich zu alledem auch noch mit Ebenen und Masken arbeiten. Auch hierfür bietet Luminar eine kleine Palette mit Werkzeugen an. So kann man Teilbereiche mit einem Pinsel markieren, ganze Auswahlrahmen anlegen oder komplette Bilder überlagern und bearbeiten. In unserem Beispiel haben wir mit dem Pinselwerkzeug den rechten Teilbereich unter der Brücke  etwas aufgehellt. Sieht doch so viel besser aus… Auch hier hat man das Gefühl, sehr schnell mit den Werkzeugen zurecht zu kommen, die komplette Bedienung ist wirklich simpel gestaltet und leicht erlernbar.

Luminar App für Mac
Arbeiten mit Ebenen

Unser Eindruck

Insgesamt macht Luminar einen sehr guten Eindruck. Gerade für Hobbyfotografen bieten die Workspaces eine sehr gute Möglichkeit, mit nur wenigen Einstellungen und einem sehr intuitiven Bedienkonzept viel mehr aus den Bildern rauszuholen. Auch wenn im Vergleich zu Adobe Lightroom die Archiv-Funktion fehlt, dafür ist die App sehr schlank und nicht mit allzu vielen Funktionen überladen. Selbst wenn man die Profi-Funktionen mit Maskierungen oder ähnlichem nur selten nutzen sollte, allein mit den Workspaces ist die App ihre 59 € definitiv wert. Hat man einmal seinen perfekten Preset zusammengestellt, geht das „Abarbeiten“ von größeren Bilder-Serien doch deutlich schneller voran. Eine Stapelverarbeitung ist bei den Entwicklern auch in Arbeit und folgt mit einem späteren Update.

Die App ist wirklich intuitiv gestaltet, man kommt sehr schnell mit den meisten Funktionen klar und hat im Handumdrehen eindrucksvolle Ergebnisse aus seinen Aufnahmen geschaffen. Für ganz Ahnungslose gibt es auf der Luminar-Website zusätzlich noch eine ganze Reihe Video-Tutorials, mit denen man auch als Anfänger sehr schnell einen Überblick über die umfassenden Möglichkeiten bekommt. Für Profis wiederum interessant: Luminar kommt selbstverständlich auch mit dem RAW-Format vieler Digitalkameras zurecht.

Luminar ist in deutsch und englisch erhältlich und kann ab sofort im AppStore oder direkt bei Macphun bestellt werden. Wer übrigens Besitzer von anderen Produkten von Macphun ist, beispielsweise Aurora HDR, Focus oder Snapheal, kann bei Einreichen einer entsprechenden Rechnung sogar einen Rabatt für Luminar abstauben.

Luminar Systemanforderungen

  • Prozessor Core 2 Duo ab Ende 2009 (empfohlen ab 2012 oder neuer)
  • Mindestens 4 GB RAM (empfohlen 8 GB)
  • OS X 10.10.5 oder neuer (empfohlen OS X 10.11+)[
  • 2 GB freier Speicherplatz auf der Festplatte (empfohlen 10 GB)
  • Bildschirmauflösung 1280 x 800 oder höher, Retina Displays werden voll unterstützt
Luminar
Luminar
Entwickler: MacPhun LLC
Preis: 64,99 €

 

Was denkst du?
Deine Bewertung1 Bewertung81
87
Good Stuff
Fazit
Bildbearbeitung muss nicht teuer sein. Mit dem intuitiven Bedienkonzept lässt sich aus jedem Bild noch mehr rausholen.
Gibt es hier