Jump! Kleine Drohne für große Jungs

Wir stehen ja auf Spielzeug – also modernes Spielzeug für das ewige Kind im Mann. Der Jumping Sumo von Parrot gehört zweifelsohne dazu! Ein per iPhone oder iPad gesteuertes Fahrzeug in der Größe einer Kokosnuss mit zwei überdimensionierten Rädern.  Wird überall als Drohne bezeichnet, unterscheidet sich aber von der Konkurrenz dadurch, dass sie nicht fliegen kann. Zumindest nicht dauerhaft.

Der Jumping Sumo sieht mit seinen rot und grün leuchtenden Augen dem böse dreinschauenden Exoskelett des Terminators nicht unähnlich. An der mittig montierten Achse sorgen zwei Hartschaumräder für die nötige Fortbewegung. Im Hinterteil ist zudem eine Art Sprungfeder – der ungewöhnliche Name der Drohne muss ja auf irgendwas schließen lassen.

Und so ist es auch. Mit der zugehörigen App FreeFlight 3 steuert man das Gefährt und lässt es auf Knopfdruck springen. Dabei wird die Sprungfeder in den Korpus hineingezogen und schlagartig wieder gelöst, so dass unsere Drohne einen gewaltigen Satz macht. Parrot gibt als Sprunghöhe bzw. -weite 80 cm an, ganz so viel sind es bei unserem Test jetzt nicht geworden. Aber eine Couch oder einen tieferen Tisch bewältigt das Ding locker.

Um den Jumping Sumo steuern zu können, muss erst einmal die App FreeFlight 3 installiert werden. Anschließend wählt man in den Einstellungen des iPhones das WLAN-Netz der Drohne aus. Nach erfolgreicher Verbindung quittiert der Jumping Sumo diese mit einem kurzen Nicken und dem von Rot zu Grün wechselndem Leuchten in den Augen.

Die Steuerung per App ist relativ leicht zu lernen. Mit dem linken Daumen reguliert man die Geschwindigkeit – vorwärts wie rückwärts, mit dem rechten Daumen kann man an einem virtuellen Steuerkreuz  knallharte 90° und 180° Drehungen vornehmen. Das eigentliche Lenken geschieht aber mittels Neigung des iPhones. Je stärker man sein Smartphone neigt, desto schärfer die Kurve.

Das eigentlich Tolle an dem Jumping Sumo ist die verbaute Kamera im Kopf. Mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln nicht unbedingt die hochauflösendste, aber für den Spaß zwischendurch reicht es allemal.

Die Fahrt des Sumo kann man auf dem iPhone- bzw. iPad-Display aus der Sicht des Kameraauges live nachverfolgen und sogar aufzeichnen – ein passender Micro-USB-Stick vorausgesetzt. Ich wollte an dieser Stelle einen kurzen Clip meiner Proberunde vorstellen, da mein Transcend Micro-USB-Stick aber eine ungewöhnliche Form hat und nicht in die kleine Aussparung am Jumping Sumo gepasst hat,  müsst ihr leider darauf verzichten.

Andere USB-Sticks passen sicher besser, allerdings bin ich skeptisch, über die Haltbarkeit bei mehreren Sprüngen mit der Drohne. Ich habe den Eindruck, dass der Stick bei jeder härteren Landung jeden Moment herausfallen könnte.

Als weitere Funktion bietet die App die Möglichkeit, einen Parcours vorzugeben und diesen anschließend von der Drohne selbstständig abfahren zu lassen. Leider hatten wir mit der App und der “Routenplanung” Probleme – wir konnten keine einzige Route anlegen. Eine Dokumentation oder HowTo-Funktion dafür suchen wir vergeblich. Auch der Akku ist eine kleine Spaßbremse, da er nach knapp 20 Minuten schon schlapp macht. Und je öfter wir mit dem Sumo zum Sprung ansetzen, desto schneller schwindet die Energie der Batterie.

Insgesamt betrachtet, ist der Jumping Sumo nichts anderes als ein ferngesteuertes Fahrzeug. Mit dem Unterschied, dass wir keinen Joystick mehr zur Steuerung brauchen, sondern unser iDevice nutzen können und die Fahrt live mitverfolgen können. Der Spaß hält sich anfangs ob der begrenzten Funktionalität in Grenzen, mehr als ein bisschen herumfahren und nicht ganz kontrolliert springen, ist mangels Übung nicht viel mit der Drohne zu machen. Wenn man allerdings über genügend Ersatzakkus verfügt und sich länger mit der Steuerung vertraut macht, sorgt der Sumo mit Sicherheit für kurzweilige Momente. Sollte die Funktion mit der Routenplanung tatsächlich funktionieren, kann man sich auf längere Abende einstellen und seinen Parcours so lange optimieren, bis die Daumen glühen. Wie das ganze aussehen kann, zeigt Parrot in einem kurzen Imagevideo.

Den Jumping Sumo gibt es hier  in 3 Farben: Weiß, Schwarz und Khaki für knapp 100 Euro.

FreeFlight Pro.
FreeFlight Pro.
Entwickler: Parrot SA
Preis: Kostenlos+
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Fazit
Wem fliegende Drohnen nicht ganz geheuer sind, kann auch am Boden seine Fahrkünste trainieren. Feines Spielzeug.
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