Fritz!Box 7580

Jetzt mussten wir es doch tun. Als Apple-Fanboy sicher ein harter, aber auch ein gut durchdachter und vorhersehbarer Schritt. Da Apple jetzt mehr oder weniger die Netzwerk-Sparte links liegen lässt und seit gefühlten Jahren kein Update für sein Airport System herausbringt, wollten wir uns mal bei der Konkurrenz nach geeigneten und Mac-kompatiblen Routern umgucken. Da liegt es doch nahe, dass wir uns als erstes die neue Fritzbox 7580 anschauen.
Gefühlt die Hälfte aller deutschen Internet-Anschlüsse laufen über eine Fritzbox, ganz egal welche Baureihe oder welches Modell. Dabei wird vor allem die umfangreiche Software und die leichte Bedienbarkeit geschätzt. Nicht umsonst spricht man bei den roten Kisten auch vom Volksrouter.

Aber gut, das neueste Modell und zugleich auch Flaggschiff von AVM bricht ein wenig mit der gewohnten Tradition. Das rote Gehäuse ist Geschichte, auch die Form weicht komplett von allen Vorgängermodellen ab.
Die Fritzbox 7580 ist in einem schicken, hochglanzweißen Kästchen untergebracht, nur noch der rote Standfuß erinnert an die Hausfarbe der Berliner Routerschmiede. Stichwort Standfuß, auch hier wird der Unterschied deutlich: während die älteren Router noch Table-top-Modelle waren, die vorwiegend im liegen betrieben worden sind, steht die 7580 aufrecht und nimmt nicht mehr soviel Stellfläche in Anspruch.
Die neue Optik gefällt uns schon mal deutlich besser. Wenn man mal bedenkt, dass der gemeine Internet-Anschluss in den meisten Wohnungen oder Häusern entweder im Wohnzimmer oder schön mittig und sofort sichtbar im Flur liegt, dann muss man sich nicht gleich dafür schämen, eine hässliche rote Flunder auf dem Sideboard stehen zu haben. Also auch hier hat AVM aufgepasst und dem Router endlich ein Wohnzimmertaugliches Aussehen verpasst.

Auf der Rückseite der 7580 befinden sich neben dem DSL-Anschluss auch ein Gigabit-WAN-Port für den Betrieb an Modems von Kabelnetzbetreibern beispielsweise, dazu vier Ethernet-Ports, 2 Anschlüsse für analoge Telefone, ein ISDN-Anschluss sowie ein USB 3.0-Port. Eine weitere USB 3.0-Buchse befindet sich seitlich im Gehäuse, falls man beispielsweise eine Wechselfestplatte für Backups oder Ähnliches anschliessen möchte.

Auch fürs Kabelmodem

Da wir mit der Horizon-Box von unitymedia bereits über ein Modem verfügen, haben wir die Fritzbox als Client über den WAN-Port verbunden. Unser Festnetztelefon könnten wir theoretisch auch noch da dran stöpseln, befassen uns aber erstmal mit den für uns wichtigeren Funktionen.

Mit vier innenliegenden Antennen nutzt die Fritzbox den neuen Multi-User-MIMO-Standard. Das bedeutet vereinfacht, dass Datenpakete über mehrere Antennen gesendet werden und gleichzeitig auch mehrere Clients, wie Macbook, PS4 und iPad simultan mit Daten beliefert werden können. Bei älteren Routern – auch bei Apples Airport Extreme und Express – mussten sich alle Geräte noch einen Kanal teilen. Mit der Fritzbox 7580 ist das nun Geschichte. Durch die gleichzeitige Übertragung mehrerer Datenströme per Multi-User-MIMO lassen sich freibleibende Streams parallel für andere Geräte nutzen. Die WLAN-Kapazität wird besser ausgeschöpft und es entstehen deutlich weniger Verzögerungen.

Dank Dual-WLAN funkt AVMs Flaggschiff sowohl auf dem 2,4GHz Frequenzband, als auch auf der aktuelleren 5GHz-Frequenz. Dabei bietet der neue WLAN-Standard 802.11ac Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 1.733 MBit/s allein auf dem 5-GHz-Frequenzband. Dass das allerdings reines Marketing ist und nur rechnerisch möglich ist, sollte jedem Laien klar sein. Trotzdem sind unsere Messergebnisse nicht schlecht, aber dazu später mehr.

Die Einrichtung der Fritzbox gestaltet sich absolut easy. Per Browser können alle Funktionen über das Hauseigene Betriebssystem Fritz!OS bedient, aktiviert, deaktiviert, umbenannt oder wer weiß was noch alles werden. Die Menüs sind sehr übersichtlich aufgebaut und in einzelne Abschnitte eingeteilt. Für uns als Apple-User steht die Bedienung natürlich mit an oberster Stelle. Kleiner Tipp: für weniger geübte Anwender ist die Systemsteuerung auf den Modus Einfach gestellt. Möchte man allerdings weitere Funktionen ändern, lässt sich die Ansicht unten links im Browser auf Erweitert einstellen. Zur Not helfen absolut verständliche Assistenten durch die Menüs.

Ansonsten bietet das Fritz!OS eine Menge Einstellungsmöglichkeiten an – ob es um die Einrichtung einer Firewall, den Portfreigaben oder DynDNS-Einstellungen geht, alles dabei. Der Funktionsumfang des Betriebssystems ist so gewaltig, da könnte man einen ganzen Blog mit füllen. Ob Steuerung von Fritz-kompatiblen Smart-Home-Geräten über Einbindung von Speichermedien als Mediaserver bis hin zur Verwaltung von bis zu 6 DECT-Telefonen, die Fritzbox 7580 ist weit mehr als nur ein Router.

Und die Praxis?

Natürlich interessieren uns auch die “nackten” Zahlen. Was kann die Fritzbox 7580? Unser Setup sieht im Moment so aus: Die Fritzbox hängt im Wohnzimmer direkt hinterm Horizon-Modem als Client. Die WLAN-Funktion der unitymedia-Box haben wir deaktiviert. An der Fritzbox hängt per Ethernetkabel unser Synology-NAS, Apple TV und eine Playstation 4 dran.
Zudem schwirren zusätzlich zwei iPhones & ein iPad und das Macbook Pro durch die Bude und möchten auch in der hintersten Ecke genug Signal haben um störungsfrei Blog-Artikel zu schreiben, zu surfen und gleichzeitig Clash Royale zu spielen. Wir haben mal den Test gemacht und Geschwindigkeit in Kombination mit Reichweite zu machen. Dabei haben wir den Speed sowohl mit Macbook, iPhone 7 und iPad Pro gemacht. Die Ergebnisse:

Mit iPhone 7 gemessen:

Gleiches Ergebnis am iPad Pro:

Mit dem Macbook Pro gemessen:

Was haben wir vorher mit unterschiedlichen Varianten rumexperimentiert, um endlich mehr WLAN-Reichweite zu bekommen. Airport Extreme mit einer Express erweitert, dLAN-Adapter verlegt, Airport Express an dLAN-Adapter angeschlossen, alles mit überschaubarem bis mäßigem Erfolg. Mit der Fritzbox 7580 haben wir nun endlich auf der ganzen Wohnfläche einen absolut deckenden und ultraschnellen Empfang.

Interessant wird die Geschichte auch, wenn man die Zubehör-Produkte wie Repeater oder Powerline-Adapter hinzufügt. So kann man sich laut AVM ein eigenes WLAN-Mesh aufsetzen um die bestmögliche Netz-Abdeckung in Wohnung oder Haus zu erreichen. Das werden wir bei Gelegenheit sicher auch noch ausprobieren…

Mit rund 289 Euro ist die Fritzbox 7580 sicher kein Schnäppchen. In dieser Klasse der Multi-User-MIMO Router mit AC-Standard gibt es aber kaum Geräte mit solch einem Funktoinsumfang.

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Die alte Airport ist abgelöst, mit der Fritzbox 7580 haben wir endlich rasend schnelles Internet per WLAN. Und das in wirklich jeder Ecke der Wohnung!
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